Hinter den Kulissen oder: (noch mehr) schöne Seiten des Fotografiestudiums

Als ich mich im Frühjahr 2017 dazu entschlossen hatte, meine geisteswissenschaftliche Ausbildung um das berufsbegleitende Fotografiestudium an der Fotoakademie Köln zu erweitern, ahnte ich nur im Ansatz, wie umfangreich das ganze werden wird.

 

Kleiner Spoiler: Extrem, es fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, denn es macht sehr viel Spaß und ich habe alleine in den ersten Monaten schon so viel mehr gelernt, als ich es mir durch mein Selbststudium und Bücherlesen der letzten neun Jahre hätte selbst beibringen können. Außerdem weiß ich als Geisteswissenschaftler sehr gut, wie mit viel Lernstoff und Arbeitsaufträgen umgegangen werden muss: Aufschieben, bis sich der kreative Druck in Perfektion umwandelt.

 

Neben wichtigen Gattungen und Techniken der Fotografie wie das Portrait, die Inszenierung, die Montage, Lichtsetzung, Bildbearbeitung, etc. haben wir auch immer die Freiheit an der Fotoakademie Köln, unsere eigenen Schwerpunkte (bei mir: Reportage) zu setzen. Dadurch entstand beispielsweise im letzten Semester meine Betriebsreportage in den Sozialbetrieben Köln.

 

Ein sehr schöner Nebeneffekt bei Reportage-Aufträgen ist vor allem der ungezwungene Kontakt mit den Menschen, die begleitet werden. Bei den Sozialbetrieben Köln war das Kennenlernen der Angestellten ein großer Gewinn und wir hatten eine Menge Spaß. Mindestens genauso gut gefällt mir die Möglichkeit, neue berufliche und gesellschaftliche Bereiche kennenzulernen und sich intensiv mit neuen Perspektiven auseinanderzusetzen. Durch einen Reportageauftrag – ob extrinsisch oder intrinsisch ist hier egal –  erhält man gewissermaßen ein Mandat, auch mal genauer "nachzubohren". 

 

Aktuell begleite ich das Kinder-, Jugend- und Kabaretttheater COMEDIA Köln bei seiner Arbeit hinter den Kulissen. Zwei erste Termine vor Ort hatte ich bereits und ich fühlte mich im theaterfamiliären Kontext sofort wohl. Schon jetzt freue ich mich auf die kommenden Wochen und Monate, in denen ich das gesamte Ensemble und alle, die am Gelingen des Theaters beteiligt sind, kennenlernen und begleiten darf. Übrigens: Im Mai findet das Theaterfestival Westwind statt, zu dem eine Woche lang viele Theatergruppen aus anderen Städten nach Köln kommen und ihre Angebote präsentieren. Das wird sicher spannend!